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Der Rolls-Royce Silver Shadow (dt.: Silberner Schatten) ist ein Oberklassefahrzeug von Rolls-Royce. Er löste 1965 den Silver Cloud ab und wurde in zwei Modellreihen bis 1980 produziert. Das Nachfolgemodell war der Silver Spirit.
1965 wurde der, für Rolls-Royce Verhältnisse, geradezu revolutionäre Silver Shadow und das baugleiche Schwestermodell Bentley T-Series vorgestellt. Die Bentley-Variante unterschied sich lediglich durch andere Markenembleme, den Kühlergrill und Ausstattungsdetails. Waren die Vorgängermodell mit ihren geschwungenen Formen selbst für die damalige Zeit sehr konservativ, so waren die neuen Schwestermodelle nun technisch und optisch auf der Höhe der Zeit und wurden allgemein als äußerst gelungen anerkannt. Erstmals wurden technische Neuerungen wie eine selbsttragende Karosserie, Scheibenbremsen, eine unabhängige Radaufhängung und eine Niveauregulierung eingesetzt. Die beiden Schwestermodelle waren in ihren Außenabmessungen in allen Dimensionen kleiner und auch leichter als vorige Modelle, dennoch konnte der Innenraum durch die selbsttragende Karosserie vergrößert werden.
Die erste Serie des Silver Shadow war der Silver Shadow I, der nach einer Modellpflegemaßnahme im Jahr 1977 in Silver Shadow II umbenannt wurde. Die auffallendsten äußeren Änderungen waren der neu gestaltete Kühlergrill sowie die nun voluminöseren Stoßstangen mit Kunststoffummantelung, die durch Anforderungen des US-Markts bedingt waren. Ab 1969 wurde der Silver Shadow I mit einem um zehn Zentimeter verlängerten Radstand angeboten. Princesse Anne war die erste Abnehmerin dieses Fahrzeugs. Diese verlängerte Version wurde bei Einführung des Silver Shadow II als Silver Wraith II bezeichnet.
Während der Bauzeit gab es mehrere technische und optische Modifikationen. So wurde 1970 der ursprüngliche, aus dem Rolls Royce Silver Cloud III stammende 6,3-Liter-Achtzylinder und die zugehörige 4 Gang-Automatik durch einen 6,75-Liter-Motor und eine Dreigangautomatik ersetzt, das Armaturenbrett wurde im Rahmen dieser Modellpflege an US-amerikanische Sicherheitsvorschriften angepasst.
Der Silver Shadow war ebenfalls als Coupé und ab 1967 auch als Cabrio lieferbar und als Mulliner Park Ward Two Door Saloon bezeichnet. Diese Varianten wurden 1971 in Rolls-Royce Corniche umbenannt.
Das Modell mit leicht verlängertem Radstand (Long Wheel Base) wurden von Rolls-Royce ab 1977 als Silver Wraith bezeichnet.
Zahlreiche Silver Shadow-Modell wurde von unabhängigen Karosseriewerkstätten nachträglich modifiziert. Das Unternehmen Coachwork FLM Panelcraft beispielsweise erstellte auf seiner Basis etwa ein halbes Dutzend Kombifahrzeuge.
Mit über 29.000 Exemplaren war der Rolls-Royce Silver Shadow der bis dahin meistgebaute Rolls-Royce.
